Wir haben manchmal Schwierigkeiten, abzuschätzen, welche Informationen in der Gemeinde schon ausreichend bekannt sind, und welche nicht. Es ist ja auch so, dass nicht jeder an jedem Sonntag im Gottesdienst ist. Über manche Dinge reden wir auch (weil es gerade thematisch passt) am Gemeindesamstag - aber nicht jeder nimmt daran teil. Es ist keine böse Absicht, wenn manch einer Informationen vermisst.
Bitte: Wenn euch was interessiert, und ihr habt das Gefühl, wir könnten was dazu sagen, dann fragt uns einfach. Wenn wir nicht wissen, wo euch was drückt, können wir schlecht abhelfen. Unsere Telefonnummern stehen im Gemeindeverzeichnis, und auch über WhatsApp oder E-Mail sind wir alle zu erreichen. Auch in der Woche, wenn der Sonntag manchmal zu kurz ist.
Es gibt ganz wenige Dinge, die wir nicht weitererzählen können, weil die nicht für die Öffentlichkeit gedacht sind. Das sind aber im Allgemeinen private Dinge, manchmal schwierige private Dinge, um die es da geht; nicht um Dinge, die die gesamte Gemeinde betreffen. Viele Dinge, mit denen wir uns beschäftigen, gehören zu einem recht langweiligen Tagesgeschäft. Wenn wir überlegen (müssen), wer kommt wann mal wieder zum Predigen, oder was muss ganz praktisch in Ordnung gebracht werden, oder welchen Papierkram müssen wir erledigen, dann ist das schlicht keine müde Nachricht wert.
Es gibt aber natürlich ein paar größere Aufgabenbereiche, mit denen wir uns beschäftigen, die uns alle angehen, und da möchten wir euch gerne über den Stand der Dinge und die Entwicklungen berichten.
Der Bund hatte uns im Frühjahr schon einmal angeschrieben, dass sie auf ihren Internet-Seiten eine "Berufungsbörse" einrichten möchten, wo Gemeinden ihre Stellenangebote veröffentlichen können, und andersherum - wenn alles läuft - angehende oder wechselbereite Pastoren auch nach Stellen suchen können. Wir hatten ja kurz vorher mit Hilfe der Berufungskommission und mit Unterstützung durch Renate Wunstorf unser "Gemeindeprofil" aufgestellt, und konnten auf der Grundlage dort auch unser Stellengesuch eintragen.
Vor ein paar Tagen hat der Bund uns mitgeteilt, dass die Berufungsbörse nun ganz offiziell online und für jedermann einseh- und nutzbar ist. Gleichzeitig hat der Bund aber auch erklärt, dass damit nun der Berufungsrat seine Arbeit einstellen wird. Sie stellen die Berufungsbörse zur Verfügung, aber werden nicht mehr aktiv Pastoren und Gemeinden zueinander führen und vermitteln. Das muss nun alles aus eigener Initiative geschehen.
Uns stellt sich nun die Frage, ob es angebracht und vernünftig wäre, auch auf anderen christlichen Jobbörsen oder Vermittlungsplattformen unser Stellenangebot zu veröffentlichen. (Das ist teilweise kostenpflichtig, aber vergleichsweise günstig.)
Daneben (oder davor) stellt sich aber auch die Frage: Wollen wir denn? Einige hier haben schon die Frage gestellt, (und es ist legitim, soclhe Fragen zu stellen,) ob wir denn überhaupt einen Pastor brauchen; ob es nicht auch ohne Hauptamtlichen geht? (Unseres Erachtens haben wir die Frage in der Gemeinde schon positiv beantwortet, - und wir befürworten die Frage auch aus allen Überlegungen heraus, die wir bisher zu diesem Thema gemacht haben. Seelsorge, Lehre, Sich-Kümmern... das ist nicht alleinige Aufgabe eines Pastors oder Gemeindereferenten, aber braucht ganz dringend eine Hand, die das alles zusammenhält und sortiert und ordnet. Und viel Zeit und Ressourcen, um sich ordentlich darum zu kümmern. Das kann kaum jemand leisten, der das nur nebenbei ehrenamtlich tut. Außerdem würde es sicher gut tun, wenn diese Aufgaben jemand übernehmen könnte, der nicht durch unsere besondere Gemeindehistorie vorgepolt oder vorbelastet ist.
Nach den Turbulenzen der letzten Jahre sind uns einige Mitglieder in unseren Veranstaltungen verloren gegangen. Manch einer ist schlicht umgezogen, manch anderer kommt aus persönlichen Gründen nicht mehr. Manchmal ist es nicht ganz klar, woran es eigentlich liegt. Wir hatten eine Reihe dieser Mitglieder angeschrieben, mit der Einladung, wieder einmal hereinzusehen oder sich zu melden. Einige wenige haben darauf reagiert. Es ist für uns eine schwierige Situation. Wenn wir Gemeinde als eine Gemeinschaft von Christen verstehen, die ihren Glauben miteinander teilen, sich füreinander interessieren, und sich in der Gemeinschaft auch, soweit ihre Situation es zulässt, aktiv "mit Herz und Hand" einsetzt, - wie gehört dann jemand, der nicht mehr an den gemeinsamen Aktivitäten Anteil nimmt, eigentlich noch dazu? Es mag besondere Situationen oder Schwierigkeiten geben, die es einem schwer machen, sich (wieder) aufeinander einzulassen. Das ist verständlich und soll berücksichtigt werden. Es soll niemand gestrichen werden, der sich eigentlich noch zur Gemeinde dazugehörig fühlt, aber gerade durch eine schwierige Zeit geht. Wir möchten aber auch niemanden festhalten (auch nicht auf dem Papier einer Mitgliedsliste), der diese Zugehörigkeit nicht mehr verspürt. Wir werden darum alle Betroffenen noch einmal in einer zweite Runde anschreiben, mit der Bitte, sich zu melden, wenn sie noch in der Gemeinde bleiben möchten, und dem Angebot zu einem Gespräch, wo das erwünscht ist. Wer austreten oder freigestellt oder überwiesen werden möchte, dem werden wir die Möglichkeit dazu geben. Wer sich überhaupt nicht meldet, den werden wir tatsächlich streichen.
Bei allem sollte klar sein: Wir möchten damit niemanden herabsetzen oder entwürdigen. Wir möchten nur die Liste unserer Mitglieder wieder an die tatsächliche Situation anpassen. Unsere Mitgliedsliste ist nicht das Buch des Lebens, und eine Streichung ist keine Exkommunikation! Wenn sich eine Situation ändert, können wir jemanden auch ganz einfach wieder aufnehmen. Wenn jemand, der nicht mehr Gemeindemitglied ist, uns besuchen möchte, kann er das selbstverständlich gerne tun, und wir sollten uns genau so darüber freuen, wie über jemanden, der noch nie Teil der Gemeinde war. Ich fände das ganz mies, wenn wir solch einem dann irgendwie das Gefühl geben würden, er wäre irgendwie ein Mensch zweiter Klasse, oder irgendwie anrüchig. Und mal ganz abgesehen davon, ob jemand uns besuchen kommt, oder nicht: Wir sollten nicht mies von denen denken oder reden, die von hier weggegangen sind. Wir wissen nicht, was die dazu gebracht hat. Und selbst, wenn die vielleicht aus welchen Gründen auch immer schlecht auf uns zu sprechen sind, sollten wir denen das nicht mit gleicher Münze heimzahlen, sondern bitte etwas gnädiger und großzügiger sein.
Es kommen immer wieder einmal Anfragen zur Nutzung unserer Räume.
Wir hatten hier in diesem Jahr schon einmal einen Anbetungsabend mit jungen Leuten aus der Ukraine. Wir hatten hier ein paar wenige Veranstaltungen des Landesverbandes NRW. Wir hatten zweimal Musiker der Philharmonie hier zu Gast, die mit den Kindergärten hier in unmittelbarer Nähe etwas gemacht haben. Die Veranstaltung mit den Ukrainern war eine große Sache, wo hier das ganz Haus komplett auf den Kopf gestellt wurde.
Das war mal ein Test; da hatten wir im Vorfeld abgeklärt, dass deren Mitarbeiter mit dafür sorgen müssten, dass hier alles vorbereitet und wieder aufgeräumt werden muss. Alle anderen Veranstaltungen waren solche mit minimalem Aufwand, wo höchstens mal ein paar Tische verschoben oder aufgestellt werden musste. Immer waren einige von unserer Gemeinde dabei.
Das ist auch mit ein Maßstab, nach dem wir zur Zeit überlegen, was geht und was nicht. Eine gelegentliche Sache, die mit geringem Aufwand zu machen ist, und die nicht mit unseren eigenen Aktivitäten kollidiert, möchten wir gerne ermöglichen. Unseren Landesverband bzw. die "Region Ruhrgebiet" unterstützen wir auch gerne, soweit der Aufwand überschaubar ist. Wir müssen immer daran denken: Wir haben keinen Hausmeister. Wir haben einige wenige Leute, die mal für etwas Besonderes einspringen können - aber die haben auch begrenzte Kraft und Möglichkeiten. Es kommen immer wieder Anfragen, ob man unsere Räume nicht mieten oder für irgendwelche Veranstaltungen nutzen dürfte, von allen möglichen Vereinen oder christlichen Gruppierungen oder für soziale Arbeiten. In der Regel lehnen wir solche Anfragen ab. Insbesondere solche, die eine regelmäßige Nutzung im Sinn haben. Auch wenn das vielleicht sogar gute und wertvolle Sachen wären. Wir haben keinen Hausmeister, wir haben keine angestellten Putzfrauen. Es müsste immer jemand von uns dabei sein. Wir können schlecht irgendwem einfach einen Schlüsel üerlassen: Unsere Räumlichkeiten sind nicht dazu eingerichtet, und auch nicht entsprechend versichert. Wir würden jede Menge Kraft und Energie darin investieren, unser Haus instand zu halten und anderen ein schönes Miteinander zu ermöglichen. Gastfreundschaft ist sicherlich eine christliche Tugend, aber da könnten wir unsere Zeit und Möglichkeiten sicher auch anders einsetzen.
Ihr habt sicher gesehen, dass unser Nachbargrundstück von den Bäumen und allem Gestrüpp befreit ist. Plan ist, auf dem Gelände den Boden aufzufüllen und einzuebnen, und dann erst einmal Rasen zu pflanzen. Dann sieht es für's Erste ordentlich aus, und kann leichter gepflegt und auch mal für Unternehmungen draußen genutzt werden. Auch der Bauzaun kann dann gegen einen solideren und schöneren Zaun getauscht werden.
Im Eingangsbereich möchten wir ein paar einfache Dingen (Banner, Schild) was tun, dass auch von außen erkennbar wird, dass dies eine "Kirche", bzw. ein Gemeindehaus ist. Vielleicht schaffen wir es ja auch, über dem Eingang endlich ein paar Leuchten anzuschließen. ;-)
Was brauchen wir als Gemeinde? Was würde uns gut tun und stärken? Was gehört zu einem soliden und tragfähigen Fundament? Das berührt natürlich auch unsere Veranstaltungen und unser Miteinander. Gibt es da noch Möglichkeiten, die wir noch nicht erschlossen haben?
Zum einen kann man hier natürlich einfach Ideen sammeln und sich ganz praktische Anregungen holen, was an anderen Stellen (in irgendeinem Sinne "erfolgreich") gemacht wird. Passt das auch zu uns? Können wir eine Aufgabe auch ganz praktisch stemmen? Haben wir die Mittel und Mitarbeiter dazu? Oder ist das nur eine tolle, aber nicht realisierbare Idee? Und schließlich (oder eigentlich als Erstes) sollten wir fragen: Herr, was hast Du vor? Was hast Du dazu zu sagen? Was siehst Du für uns an Aufgaben? Wo willst Du mit uns hin? Es reicht nicht, ein tolles Konzept von irgendwoher zu kopieren. Ist das auch unser Konzept? Ist das auch unsere Aufgabe? Wir können im Überschwang die Dinge so in die Hand nehmen, dass wir es sind, die Gemeinde bauen wollen, statt dem Herrn. Das wird nicht halten. Wir sind die lebendigen Steine, nicht die Architekten und Bauleute.