Wir sind geprägt von allerlei Dingen, die in unserem Umfeld als selbstverständlich und "gegeben" vorausgesetzt werden, und deshalb manchmal in unseren Verstand einsickern und unser Verhalten uns unsere Weltsicht bestimmer, auch ohne dass uns das bewusst ist. Unsere Famile, unsere Freunde, Schule und Ausbildung, ja, selbst die Medien, die auf uns einwirken, hinterlassen Spuren.

In unserem westlichen Zuhause stammen viele der Grundlagen, auf denen unsere Werte und unsere Gesellschaft aufgebaut sind, (noch) einem (in den Grundzügen) christlichen Weltbild. Doch das war (erstens) nicht immer ungetrübt und unverfälscht, und wird (zweitens) seit längerer Zeit durch "moderne" Philosophien und Weltanschauungen verwässert und ersetzt, die manchen "althergebrachte" Standpunkt in Frage stellen oder ersetzen wollen.

Hier zunächst einmal ein paar Stichworte, die es noch in Form uns Zusammenhang zu bringen gilt...

Humanismus

Die Google-KI bringt es recht gut auf den Punkt:

Humanismus bezeichnet eine Geisteshaltung und Weltanschauung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Der Humanismus der Renaissance war zunächst ein Bildungsbewegung. Die Renaissance-Humanisten erwarteten von einer idealen Bildung, dass sie den Menschen zu einer optimalen Entwickung seiner Möglichkeiten und seiner ihn leitenden Tugenden führen könnte. Im ausgehenden 18. und 19. Jahrhundert nahm der Humanismus gerade in Deutschland eine immer breiter werdende Basis ein. Namen wie Johann Gottfried Herder, Wilhelm von Humboldt, Schiller und Goethe sind mit einem humanistischen Weltbild verbunden. Der Humanismus hat gute Absichten mit den Menschen und möchte ihn fördern, und sich gegen Ausbeutung, Sklaverei, Unterdrückung und schlechte Lebensbedingungen wenden. Viele der humanistischen Ziele und Werte gehen direkt auf biblische Werte zurück. Aber es gibt auch Unterschiede, wo sich das humanistische Weltbild von der biblischen Sicht auf den Menschen unterscheidet:

Ein Grundgedanke des Humanismus ist, dass der Mensch im Grunde gut ist. Er zielt darauf ab, dass jeder Mensch sich optimal entwickeln kann und soll, und will ihm alle Möglichkeiten und Freiheiten dazu geben. Das Streben nach Glück und Erfüllung wird jedem Menschen als höchstes Ziel zugestanden. Dem Menschen ist es nach diesem Weltbild möglich und erstrebenswert, dass er sich selbst "den Himmel auf Erden" schaffen kann.

In der Bibel finden wir hingegen das Verständnis, dass der Mensch wohl "sehr gut" erschaffen war, aber durch seine Loslösung von Gott dem Bösen (auch in sich) die Tür geöffnet hat. Der Mensch möchte wohl das Gute, aber ist aus eigener Kraft dazu in letzter Konsequenz nicht fähig. Wir leben laut Bibel als "gefallene Menschen in einer gefallenen Welt". Die Werte und Ziele des Humanismus (Freiheit, persönliche Entfaltung, Bildung, Wohlergehen) decken sich zu weiten Teilen mit Werten und Zielen des biblischen Glaubens. Allerdings geht das biblische Weltbild davon aus, dass diese Ziele und Werte nur in der Versöhnung mit Gott und mit Gottes Hilfe und Erneuerung unseres ganzen Denkens zu erreichen sind.

Schwierig gerade beim "Deutschen" Humanismus ist, dass sich viele der federführenden Personen fromm klingender Begriffe bedienen, aber etwas anderes damit meinen. Wir kennen zum Beispiel Schillers "Edel sei der Mensch, hilfreich und gut". Dort geht es um (durchaus nachvollziehbare) Tugenden, nach dnen der Mensch streben soll. Schiller redet hier auch vom "Göttlichen". Was er aber damit meint, ist ein zweigeteiltes Verständnis, von denen sich keines mit der Anschauung der Bibel trifft. Das Göttliche ist für Schiller entweder ein unverständliches, höheres "Etwas", das in allen Dingen enthalten ist (Pantheismus), oder der "göttliche Funken" im Menschen, der ihm erlaubt, sich immer weiter und zu einem immer besseren Leben zu entwickeln. Der Mensch, der durch fortschreitende Entwicklung und Erkenntnis zu einem Gott wird. Das hat schon die Schlange der Eva versprochen.

Weitere Stichworte

Der Kategorische Imperativ (Immanuel Kant: Grundlegung zur Metaphysik der Sitte; Kritik der Praktischen Venunft; ) - Die Pflicht, so zu handeln, wie man sich wünscht, dass alle so handeln. (Für Kant ist der Gute Wille das einzig absolut Gute. Merkt ihr? Gott wird damit ausgeklammert. Der Kategoruische Imperativ wird laut Kant nur aus der menschlichen Vernunft abgeleitet.) Kant lehnt ausdrücklich alle traditionellen Weisen der Moralbegründung ab, so auch einen "Willen Gottes". Karl Marx hat daraus die Kritik an der Religion abgeleitet, "da der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei".

Die Bibelkritische Theologie ist ein Kind der humanistischen und bloß vernunftzentrierter Weltanschauung. Alles, was dem menschlichen Verstand nicht einleuchtend und "wissenschaftlich" nachvollziehbar ist, wird kritisch betrachtet. Der menschliche Verstand, menschliche Erkenntnis wird damit über die Bibel gestellt. Was nicht (im Rahmen naturwissenschaftlicher Erkenntnisse) erklärbar ist, muss in Frage gestellt werden. Selbstaussagen der Bibel ("wir haben erlebt...", "Was uns Augenzeugen verlässlich berichtet haben...") werden nicht ernst genommen; den Verfassern verborgene Absichten zugesprochen. Wunder gibt es nicht. Die Bibel wird als literarisches Werk der Vergangenheit betrachtet; mehr sei nicht zulässig.