eine Vortrags-/Predigtidee

(Folie mit Titel: Piratengold)

Bibeltext Mat 13,44 (NGÜ):
Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war und von einem Mann entdeckt wurde.
Der Mann freute sich so sehr, dass er, nachdem er den Schatz wieder vergraben hatte, alles verkaufte, was er besaß,
und dafür den Acker kaufte.

Wir hatten ja des öfteren mal Predigten zum "Schatz"; zuletzt auch von Uwe. Die Idee zu diesem Betrag hatte ich schon länger, und als der Uwe mit seinem "Schatz" anfing, hatte ich schon Befürchtungen um "mein" Thema, aber das ging dann doch in eine etwas andere Richtung.

Anschauungsobjekt: Spielzeug-Goldmünzen. Glänzen schön, und sehen von weitem sehr nobel und wertvoll aus. Man darf sie nur nicht in die Hand nehmen, dann merkt man sofort, dass es nur glänzend überzogenes Plastik ist. Es steht sogar drauf: Pure Gold, 999. Stimmt aber ganz offensichtlich nicht.

Gegenbeispiel: "echter" Goldschatz, wie z. B. Trierer Goldmünzenschatz. Sieht iauf den ersten Blick nach nichts Besonderem aus. Wenn man es in die Hand nimmt, merkt man: Das hat Gewicht. Und wenn man mal an der Oberfläche kratzt, dann sieht man es glänzen, unter all der Patina.

Das Reich Gottes wird (in Mat13,44) mit dem Finden eines Schatzes verglichen. Das ist so etwas Wertvolles, dass es sich lohnt, alles andere dafür hinzugeben. Unvergänglicher Wert, bis in die Ewigkeit.

Wir Christen haben solch einen Schatz gefunden. Wir Christen sind aber, umgekehrt, in den Augen Gottes, auch so ein Schatz!

Bibeltext Mat 6,26 (LUT):
Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen;
und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie?

Bibeltext Ps 116,15 (NGÜ):
Kostbar ist in den Augen des HERRN das Leben derer, die ihm treu sind.

Bibeltext Jes 43,1-4 (LUT):
Und nun spricht der HERR, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht,
denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!
Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, und wenn du durch Ströme gehst, sollen sie dich nicht ersäufen.
Wenn du ins Feuer gehst, wirst du nicht brennen, und die Flamme wird dich nicht versengen.
Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige Israels, dein Heiland. Ich gebe Ägypten für dich als Lösegeld,
Kusch und Seba an deiner statt. Weil du teuer bist in meinen Augen und herrlich und weil ich dich lieb habe,
gebe ich Menschen an deiner statt und Völker für dein Leben.

Wir sind nun erlöst, freigekauft. Bürger des Himmels. Wir sind damit selber ein Teil davon geworden: Ein kleiner Teil des himmlischen Reiches.

Bibeltext Eph 2,19 (LUT):
So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.

OK: Sieht man uns das an? Machen wir den Eindruck, etwas Wertvolles gefunden zu haben, und nun irgendwie auch in uns zu tragen? Wir haben doch etwas gefunden, dass doch wertvoller ist, als alle Reichtümer und alle Macht der Welt! Kann man das sehen? Kann man das spüren, wenn man uns mal aus der Nähe ansieht, mal unser Gewicht testet? Mal an der Oberfläche kratzt?

Es gibt Christen, die machen auf den ersten Blick keinen besonderen Eindruck. Nicht unbedingt schön, oder talentiert, oder redegewandt. Aber schaut man näher hin, findet man erstaunliche Dinge: Wie sich sich einsetzen für gute Sachen, wie sie ihre Möglichkeiten für andere einsetzen, ohne damit beeindrucken zu wollen. Wie sie Schwierigkeiten und persönliche Nachteile in Kauf nehmen, um ein gutes Werk in Gottes Reich zu tun. Pures Gold unter der unscheinbaren Oberfläche.

Und es gibt Christen, die legen viel Wert darauf, Eindruck zu machen. Stehen gerne vorne auf großen Veranstaltungen, legen Wert auf ehrenvolle Ämter und wichtig klingende Titel. Aber stehen (leider) auch ganz gern in der Mitte, um sich im Scheinwerferlicht zu wärmen, und nehmen auch gern mal Vorteile für sich selber mit, sei es Geld, Ruhm, Ehre oder Einfluss. Es gibt Leute, die haben gute Ideen, mit denen sie andere beschäftigen, aber machen sich selbst die Hände nicht so gern schmutzig. Es gibt Christen, die schummeln und übertreiben auch mal hier und da, um ein Ziel zu erreichen - aber alles natürlich zur größeren Ehre Gottes. Wertloses Material unter einer glänzenden Oberfläche.

Was für ein Christ wollen wir sein?

Was für eine Gemeinde wollen wir sein, in dem Sinne: Was fördern und bestärken wir? Was leben wir vor? Wie gestalten wir unser Gemeindeleben?

Glitzer und beeindruckendes Äußeres, oder lieber echte Werte? Wollen wir um jeden Preis einen tollen äußeren Eindruck hinterlassen, oder lassen wir auch Nähe zu, und lassen uns auf "Echtheit" prüfen? Wenn es Dinge gibt, die an uns, persönlich und als Gemeinde, nicht immer ganz toll sind - übertünchen wir die dann, und zeigen uns immer nur von der Schokoladenseite? Ist es uns wichtig, einen guten Eindruck zu erwecken? Oder stehen wir auch zu unseren Unzulänglichkeiten (ohne uns ihrer zu rühmen)?

Es geht nicht darum, perfekt zu sein, und alle Anfechtungen und Versuchungen im Griff zu haben. Das schaffen wir sowieso niemals allein und aus eigener Kraft, sondern nur durch Gottes Hilfe. Ich lehne mich jetzt mal etwas aus dem Fenster: Damit kommt Gott klar. Solange ich mir bewusst bin, dass ich Fehler habe und Vergebung und Erneuerung brauche, und damit zu Gott komme, wird er mich nicht vom Hof jagen! (Vielleicht passiert uns das einmal mit Menschen, aber niemals mit Gott.)

Wir sind nicht plötzlich perfekt, wenn wir Christen werden. Ich befürchte, da beginnt nur ein Prozess, der vielleicht (?) unser Leben lang anhält. Hauptsache, wir lassen Jesus nicht los. Er hält uns schon fest! Schlimm wird es, wenn wir auf Dinge stolz sind, für die wir uns eigentlich vor Gott und voreinander schämen müssten. Und wenn wir uns darin gefallen, besser auszusehen, als wir tatsächlich sind.

Anders ausgedrückt: (a) Wir leben alle aus der Gnade. Wir sind gerettet, weil Jesus uns herausgerufen hat, nicht, weil wir so tolle Hechte sind.

(b) Das mit "Heuchler" übersetzte Wort (hypokrites) heißt eigentlich "Schauspieler". So tun als ob; nach mehr aussehen zu wollen, als wirklich da ist. Den Leuten etwas vormachen: das ist Schauspielerei. Und mit solchen Leuten kam Jesus nicht gut zurecht; viel weniger als mit den Ausgestoßenen und Sündern.

Gott sieht in uns hinein. Er sieht nicht nur das Äußere, sondern auch was ganz tief in uns steckt. Vielleicht sieht er da manchmal auch einen echten Kern, den wir selber garnicht kennen. Und er sieht Möglichkeiten, uns zu verändern, und diesen Kern herauszuschälen, die wir selber nicht für möglich halten. Mit seiner unendlichen Liebe und seiner unendlichen Kraft.

Genau das will doch auch Gottes Heiliger Geist in uns bewirken:

Bibeltext Gal 5,22 (SLT):
Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut
und Selbstbeherrschung.

Bibeltext Eph 5,8-9 (ELB):
Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts.
denn die Frucht des Lichts besteht in lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.

Aletheia: Wahrheit, oder Wahrhaftigkeit. Sind wir echt? Sind wir authentisch? Das ist die Frage!

Sind wir nur Fassade, oder sind wir echt?

Ich wünsche mir für mich, und für unsere Gesamtheit letzteres!

Echtes, wahres Gold; kein glitzerndes Plastik.