eine Vortrags-/Predigtidee
(Folie mit Titel: Piratengold)
Bibeltext Mat 13,44 (NGÜ):
Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war und von einem Mann entdeckt wurde.
Der Mann freute sich so sehr, dass er, nachdem er den Schatz wieder vergraben hatte, alles verkaufte, was er besaß,
und dafür den Acker kaufte.
Wir hatten ja des öfteren mal Predigten zum "Schatz"; zuletzt auch von Uwe. Die Idee zu diesem Betrag hatte ich schon länger, und als der Uwe mit seinem "Schatz" anfing, hatte ich schon Befürchtungen um "mein" Thema, aber das ging dann doch in eine etwas andere Richtung.
Anschauungsobjekt: Spielzeug-Goldmünzen. Glänzen schön, und sehen von weitem sehr nobel und wertvoll aus. Man darf sie nur nicht in die Hand nehmen, dann merkt man sofort, dass es nur glänzend überzogenes Plastik ist. Es steht sogar drauf: Pure Gold, 999. Stimmt aber ganz offensichtlich nicht.
Gegenbeispiel: "echter" Goldschatz, wie z. B. Trierer Goldmünzenschatz. Sieht auf den ersten Blick nach nichts Besonderem aus. Wenn man es in die Hand nimmt, merkt man: Das hat Gewicht. Und wenn man mal an der Oberfläche kratzt, dann sieht man es glänzen, unter all der Patina.
Das Reich Gottes wird (in Mat13,44) mit dem Finden eines Schatzes verglichen. Das ist so etwas Wertvolles, dass es sich lohnt, alles andere dafür hinzugeben. Das ist ein unvergänglicher Wert, der hält bis in die Ewigkeit.
Wir Christen haben solch einen Schatz gefunden. Wir haben Jesus gefunden (oder eigentlich het er uns gefunden). Wir sind nun Bürger des Himmels. Wir haben sozusagen einen neuen Pass. Wir gehören jetzt zu diesem unendlich wertvollen Reich!
Bibeltext Eph 2,19 (LUT):
So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.
Wir finden in der Bibel auch etliche Bibelstellen, wo Gott das selbst ausdrückt, wie wertvoll wir ihm sind.
Bibeltext Mat 6,26 (LUT):
Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen;
und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie?Bibeltext Ps 116,15 (NGÜ):
Kostbar ist in den Augen des HERRN das Leben derer, die ihm treu sind.Bibeltext Jes 43,1-4 (LUT):
Und nun spricht der HERR, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht,
denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!
Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, und wenn du durch Ströme gehst, sollen sie dich nicht ersäufen.
Wenn du ins Feuer gehst, wirst du nicht brennen, und die Flamme wird dich nicht versengen.
Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige Israels, dein Heiland. Ich gebe Ägypten für dich als Lösegeld,
Kusch und Seba an deiner statt. Weil du teuer bist in meinen Augen und herrlich und weil ich dich lieb habe,
gebe ich Menschen an deiner statt und Völker für dein Leben.
Wir sind nun erlöst, freigekauft. Wir sind Bürger des Himmels. Wir sind damit selber ein Teil davon geworden:
Ein kleiner Teil des himmlischen Reiches. Etwas, das unendlch wertvoll ist.
Die Frage, die ich nun stellen möchte ist: Sieht man uns das an?
Machen wir den Eindruck, etwas Wertvolles gefunden zu haben, und nun irgendwie auch in uns zu tragen?
Wir haben doch etwas gefunden, dass doch wertvoller ist, als alle Reichtümer und alle Macht der Welt!
Kann man das sehen? Kann man das spüren, wenn man uns mal aus der Nähe ansieht, mal unser Gewicht
testet? Mal an der Oberfläche kratzt?
Im Laufe der Jahre lernt man ja eine ganze Menge Leute kennen. (Und hier, in einem christlichen Umfeld
natürlich auch viele Christen.)
Es gibt Christen, die machen auf den ersten Blick keinen besonderen Eindruck. Nicht unbedingt schön, oder
talentiert, oder redegewandt. Aber schaut man näher hin, findet man erstaunliche Dinge: Dass sie sich sich
einsetzen für gute Sachen; dass sie ihre Möglichkeiten für andere einsetzen, ohne damit beeindrucken zu wollen.
Dass sie Schwierigkeiten und persönliche Nachteile in Kauf nehmen, um die Dinge zu tun, die sie als richtig und
wichtig erkannt haben.
Und die tun das einfach, ohne sich damit zu schmücken oder irgendeine tolle Belohnung dafür erwarten, oder auch nur, um mal auf die Schulter geklopft werden möchten, sondern einfach, weil sie sehen: Das ist gut. Das ist richtig. Da muss man sich drum kümmern, und ich kann das, und dann mach ich das einfach. Auch (und erst recht), wenn das keine prestigeträchtig Aufgabe ist. Je weniger etwas davon mitbekommen, desto besser!
Pures Gold unter der unscheinbaren Oberfläche.
So, Ich möchte jetzt etwas da gegenüber stellen, auf das ihr vielleicht nicht sofort kommen würdet.
Ich rede mal aus meiner eigenen Erfahrung. Als ich noch ganz frisch bekehrt war, und noch zur Schule ging,
da habe ich einer Mitschülerin, mit der ich zusammen Mathe gelernt habe, ganz begeistert von unserer
Gemeinde erzählt. Wie toll da alles ist, und ganz anders als in so einer normalen Kirche. Und von den vielen
jungen Leuten, die da mitmachen. Und von der Teestube. Und von den Agape-Sängern, und was wir da alles
machen, und auf die Beine stellen, mit Tontechnik, und Beleuchtung, und dies und das - und alles ganz toll!
Und dann kam ihr Freund dazu (etwas älter und viel cooler als ich) und hörte sich dann an, wie sie das
alles wieder abspulte, und hat das dann mit so einem trocken "ja, toll" abgetan.
Und alles Begeisterung, die vorher da war, war wie eine Seifenblase zerplatzt.
Wisst ihr, was ich viel, viel später gemerkt habe: Ich habe da von allen möglichen Dingen erzählt, (und ich
habe da bestimmt auch ein bisschen mit angegeben), die sicher auch ganz schön waren und sind, aber die
mit dem eigentlichen Kern des Christseins überhaupt nichts zu tun hatten.
Ich war so, wie das Piratengold: Schau mal her, wie toll das glitzert!
Aber das ist doch nicht das, was Christsein ausmacht. Wir singen als Christen doch nicht besser als andere
Menschen. Wir bauen bei den Agape-Sängern doch nicht bessere Verstärker. Die ganzen Dinge machen wir
doch, weil wir, jeder, irgendwie Jesus begegnet sind. Weil er uns irgendwie berührt hat, so dass wir an ihm
dran bleiben wollten. Weil das unser Leben verändert hat, (und bis heute immer noch verändert).
Und das ist etwas, was man vielleicht nicht auf den ersten Blick sieht, und was vielleicht auch nicht sonderlich
glitzert. Aber das ist das, was den eigentlichen Wert ausmacht. Das ist das Gold! Und das, wünsche ich mir,
sollen die Menschen zu sehen bekommen!
Christen bauen nicht die besseren Verstärker. Christen sind auch nicht die besseren Autofahrer. Christen werden auch mal krank. Christen können auch nicht alles, und schreiben vielleicht auch mal ne fünf. (Oder zumindest eine vier.)
Das gibt manchmal so einen komischen Trend, (den kenne ich auch von mir), dass man seinen Glauben (oder
seine "Christlichkeit") irgendwie immer ganz glänzend darstellen möchte: Komm zu Jesus, dann wird alles toll!
Alle deine Sorgen sind weg, und Du wirst nie wieder Probleme haben, und wenn doch, dann musst Du nur beten,
und fest daran glauben, und alles kommt in Ordnung!
Aber das stimmt so nicht. Ja, mit Jesus kommt alles in Ordnung. Das stimmt. Aber doch nicht auf so eine billige Tour!
Christen haben auch mal einen Unfall. Christen können auch schlimme Sachen erleben. Christen machen auch
Fehler (manchmal sogar schlimme Fehler) oder fallen mit ihren Plänen auf die Nase. Christen wissen manchmal
auch nicht, was sie tun sollen. Der Unterschied ist: Christen haben jemanden, mit dem sie all ihre Sorgen und
Nöte teilen können. Immer! Dem wir unendlich wertvoll sind. Da ist ein Grund, der trägt.
Und ich glaube, dass die Menschen um uns herum, das auch bemerken. Wir müssen denen nur erlauben, mal etwas an uns "herumzukratzen".
Ich möchte alle, die da was mit anfangen können, ermutigen, - wie soll ich sagen - authentisch zu sein.
Das kommt einem auf den ersten Blick vielleicht viel einfacher vor, immer so ein Hochglanzchristentum zu zeigen. Man möchte "dem Herrn ja auch Ehre geben". Aber wir sind den Menschen viel nahbarer, wenn wir auch sagen können: "Bei uns ist auch nicht immer alles fluffig. Da gibt es Dinge, die haben wir auch noch nicht im Griff. Und doch möchten wir an Jesus dranbleiben und nicht aufgeben."
Es ist viel besser, aufrichtig und wahrhaftig zu sein, auch mit seinen Macken und Schwächen. Für die Leute mit
Macken und Fehlern ist Jesus ans Kreuz gegangen. Damit kann er "arbeiten", sozusagen. Von Leuten, die nur
Fassade sind, die schön reden und schauspielern, um irgendwie besser auszusehen, hat Jesus nie viel gehalten.
(Und um das auch deutlich zu machen: Es gibt auch Fehler und schlechte Eigenschaften, die ich garnicht loslassen will. Dinge, auf die ich stolz bin, aber für die ich mich eigentlich vor Gott oder vor den Menschen schämen müsste. Das ist wirklich böse! Das kann mich wirklich von Gott trennen! Es geht nicht darum, Schuld leicht zu nehmen!)
Und Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit, das ist auch das, was die Leute bemerken. Wir können denen leicht tolle Dinge erzählen, das ist nur Oberfläche. Wir müssen auch danach handeln. Sie müssen die Dinge auch an uns sehen und bei uns wiederfinden, dann können sie das auch annehmen, was wir sagen. Das "Gold", das erkennen sie schon am Gewicht, auch wenn es an der Oberfläche etwas staubig ist.
(Na ja: Genauso erkennen sie irgendwann auch die falsche Hochglanzfassade.)
Dazu möchte ich ermutigen:
Anmerkung: Nicht negativ darstellen. Nicht irgendwen runtermachen, auch nicht abstrakt. Von eigenen Erfahrungen erzählen ("Angeben" bei Schulkollegin)
~~Und es gibt Christen, die legen viel Wert darauf, Eindruck zu machen. Stehen gerne vorne auf großen Veranstaltungen, legen Wert auf ehrenvolle Ämter und wichtig klingende Titel. Aber stehen (leider) auch ganz gern in der Mitte, um sich im Scheinwerferlicht zu wärmen, und nehmen auch gern mal Vorteile für sich selber mit, sei es Geld, Ruhm, Ehre oder Einfluss. Es gibt Leute, die haben gute Ideen, mit denen sie andere beschäftigen, aber machen sich selbst die Hände nicht so gern schmutzig. Es gibt Christen, die schummeln und übertreiben auch mal hier und da, um ein Ziel zu erreichen - aber alles natürlich zur größeren Ehre Gottes. ~~ Wertloses Material unter einer glänzenden Oberfläche.
Was für ein Christ wollen wir sein?
Was für eine Gemeinde wollen wir sein, in dem Sinne: Was fördern und bestärken wir? Was leben wir vor? Wie gestalten wir unser Gemeindeleben?
Glitzer und beeindruckendes Äußeres, oder lieber echte Werte? Wollen wir um jeden Preis einen tollen äußeren Eindruck hinterlassen, oder lassen wir auch Nähe zu, und lassen uns auf "Echtheit" prüfen? Wenn es Dinge gibt, die an uns, persönlich und als Gemeinde, nicht immer ganz toll sind - übertünchen wir die dann, und zeigen uns immer nur von der Schokoladenseite? Ist es uns wichtig, einen guten Eindruck zu erwecken? Oder stehen wir auch zu unseren Unzulänglichkeiten (ohne uns ihrer zu rühmen)?
Es geht nicht darum, perfekt zu sein, und alle Anfechtungen und Versuchungen im Griff zu haben. Das schaffen wir sowieso niemals allein und aus eigener Kraft, sondern nur durch Gottes Hilfe. Ich lehne mich jetzt mal etwas aus dem Fenster: Damit kommt Gott klar. Solange ich mir bewusst bin, dass ich Fehler habe und Vergebung und Erneuerung brauche, und damit zu Gott komme, wird er mich nicht vom Hof jagen! (Vielleicht passiert uns das einmal mit Menschen, aber niemals mit Gott.)
Wir sind nicht plötzlich perfekt, wenn wir Christen werden. Ich befürchte, da beginnt nur ein Prozess, der vielleicht (?) unser Leben lang anhält. Hauptsache, wir lassen Jesus nicht los. Er hält uns schon fest! Schlimm wird es, wenn wir auf Dinge stolz sind, für die wir uns eigentlich vor Gott und voreinander schämen müssten. Und wenn wir uns darin gefallen, besser auszusehen, als wir tatsächlich sind.
Anders ausgedrückt: (a) Wir leben alle aus der Gnade. Wir sind gerettet, weil Jesus uns herausgerufen hat, nicht, weil wir so tolle Hechte sind.
(b) Das mit "Heuchler" übersetzte Wort (hypokrites) heißt eigentlich "Schauspieler". So tun als ob; nach mehr aussehen zu wollen, als wirklich da ist. Den Leuten etwas vormachen: das ist Schauspielerei. Und mit solchen Leuten kam Jesus nicht gut zurecht; viel weniger als mit den Ausgestoßenen und Sündern.
Gott sieht in uns hinein. Er sieht nicht nur das Äußere, sondern auch was ganz tief in uns steckt. Vielleicht sieht er da manchmal auch einen echten Kern, den wir selber garnicht kennen. Und er sieht Möglichkeiten, uns zu verändern, und diesen Kern herauszuschälen, die wir selber nicht für möglich halten. Mit seiner unendlichen Liebe und seiner unendlichen Kraft.
Genau das will doch auch Gottes Heiliger Geist in uns bewirken:
Bibeltext Gal 5,22 (SLT):
Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut
und Selbstbeherrschung.Bibeltext Eph 5,8-9 (ELB):
Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts.
denn die Frucht des Lichts besteht in lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.
Aletheia: Wahrheit, oder Wahrhaftigkeit. Sind wir echt? Sind wir authentisch? Das ist die Frage!
Sind wir nur Fassade, oder sind wir echt?
Ich wünsche mir für mich, und für unsere Gesamtheit letzteres!
Echtes, wahres Gold; kein glitzerndes Plastik.
Heuchelei <-> Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit. -> Ungeschönt. echt.
Schnipsel für den Teil 2...
(Zu den nachahmenswerten Leuten:) Das sind dabei ganz bescheidene Leute.
Die sind echte Vorbilder, aber die führen sich überhaupt nicht wie irgendwelche Glaubenshelden auf. Man merkt da eher so eine Hatung wie: Ich habe doch eine riesig großen Schatz gefunden. Warum sollte ich da nicht ein bisschen von einsetzen und anderen was abgeben? Ich hab doch die Möglichkeit dazu. Dann mach ich das doch. Nicht als Getriebene (wenn ihr versteht, was ich meine), sondern mit einer großen Freude und Selbstverständlichkeit.
Und diese Haltung, die ist Gold! Die ist ganz unabhängig davon, wie groß oder klein irgendwas in unseren Maßstäben ist. Ihr kennt doch bestimmt auch solche Leute: Die können mit ihrer Kraft und ihrer Zeit und ihren Möglichkeiten nicht alle aus dem Vollen schöpfen, aber setzen das, was sie haben, doch irgendwo im Reich Gottes ein. Die kommen garnicht auf die Idee, dass sie große Glaubenshelden sein könnten, aber die machen ihre Sache auch aus der gleichen Grundhaltung heraus: Das, was ich habe, ist doch ein Geschenk. Da möchte ich doch gerne auch anderen was von abgeben.
Da leuchtet ein Schatz auf!
Wo da ein großer oder ein kleiner Schatz ist, das werden wir vielleicht erst in der Ewigkeit richtig sehen. Aber diese Grundhaltung, die wünsche ich mir für mich, und für alle. Weil die wertvoll ist!
Wisst ihr, wir leben doch gerade in einer Zeit, wo ganz viel Fake ist. Die Profilbilder alle mit Photoshop oder KI nachbearbeitet, und ganz viel Filter drüber, damit man die Pickel nicht sieht. Tausend "Reality- Shows", wo du das Gefühl bekommen sollst, den Leuten über die Schulter zu schauen - und das einzig echte daran ist, dass du damit echt deine Zeit verschwendest.
Das gibt soviel Geschöntes und Hochgestyltes und Aufpoliertes in dieser Zeit, dass ich glaube, dass die Leute sich wieder nach was Echtem sehnen. Nach was Ehrlichem und Aufrichtigen.
Können wir das den Leuten geben?
Wenn wir mit Leuten quatschen, egal ob mit anderen Christen, oder mit anderen Leuten, dann würde ich mir das wünschen, dass wir immer echt sind. Aufrichtig. Dass sie bei uns was von dem echten Schatz sehen, und kein Piratengold.
(Ich hab jetzt noch was zu sagen, aber das ist nicht für jeden.
Alle die, bei denen alles immer glatt läuft, die immer wissen, was gut und was richtig ist, die nie Zweifel haben und bei denen immer alles klappt, die können jetzt weghören. Was ich jetzt sage, ist nur für die anderen.)
Wenn wir jetzt meinen: Au weia! Was soll ich denn dann erzählen! Bei mir klappt nicht immer alles im Leben. Ich mach manchmal Mist. Ich weiß nicht immer, was gut und richtig, und merke manchmal erst viel später, dass ich mir irgendwo das Verkehrte ausgesucht habe. Ich schreite nicht von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, sondern eher von Fettnapf zu Fettnapf. Das Einzige, das ich mir zugute halten kann, ist, dass ich trotzdem an Jesus festhalte.
Herzlichen Glückwunsch! Vielen unserer "Glaubenshelden" in der Bibel ging es genauso. Die waren auch nicht immer die Ritter in strahlender Rüstung.
Wir brauchen überhaupt nicht so zu tun, als wären wir irgendwelche Superhelden, an denen alle Sorgen und Nöte und Versuchungen einfach abprallen. Das wäre doch nicht aufrichtig. Christen sind doch nicht plötzlich befreit von allen Problemen und schwierigen Zeiten. Was uns unterscheidet ist, dass wir nicht alleine durch diese Zeiten gehen müssen!
Manchmal verwechseln wir Christen da leider was. Wir nehmen dann irgendwas (was wir tatsächlich auch von Gott geschenkt bekommen haben!) und halten das dann hoch lassen es leuchten. Aber das ist nicht der eigentliche Schatz. Das ist ein Dreingabe, etwas, das wir einsetzen sollen. So ein Geschenk hat auch seinen Platz, aber es ist nicht das Eigentliche.
Da halten wir Piratengold hoch. Das glänzt schön, und hat vielleicht sogar ein bisschen was an eigenem Wert. Aber das eigetlich richtig wertvolle, der eigentliche Schatz ist das soch nicht!
Bibeltext Luk 10,20 (NGÜ): Doch nicht darüber sollt ihr euch freuen, dass euch die Geister gehorchen. Freut euch vielmehr, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind.
Und manchmal versuchen wir auch, den Menschen so eine Art hochglanzpolierte Version vom Christentum schmackhaft machen wollen. Sowas, wie: Du musst nur zu Jesus kommen, dann sind - zack - alle deine Probleme weg! Mit Jesus läuft alles super! Von Herrlichkeit zu Herrlichkeit!
(Ich übertreibe jetzt ein bisschen - aber die Tendenz, kennt ihr die auch?)
Dabei stimmt das doch gar nicht wirklich. So ganz platt ist es jedenfalls nicht!
Christen sind manchmal auch schlechte Autofahrer. Christen kriegen auch mal Zahnschmerzen. Christen haben auch manchmal Ärger mit ihrem Chef (und manchmal sogar zu recht!) Christen machen auch Fehler, sogar richtig schlimme Fehler. Christen wissen manchmal auch nicht weiter. Christen erleben manchmal auch richtig schlimme Sachen. Das Leben, auch als gläubiger Christ, ist doch nicht immer von Herrlichkeit zu Herrlichkeit!
Christen haben auch mal ihre Tiefen, und haben auch manchmal mit bösen Sachen zu kämpfen, manchmal Dinge von außen, und manchmal Dinge in uns drin. Als Christen müssen wir auch mal durchs dunkle Tal. Was den Unterschied macht, ist: Als gläubige Menschen müssen wir nicht alleine da durch. (vgl. Ps. 23) Und wir wissen, was auch immer hier auf der Erde geschieht, das sind nur vorletzte Dinge. Wir können ganz anders auf die Dinge schauen, weil wir wissen, was uns erwartet.
Ich weiß nicht, warum wir die Dinge manchmal schöner machen wollen, als sie sind. Wir dürfen beten, und wir erleben auch, dass Gott darauf antwortet, aber wir können doch nicht über Gott verfügen! Wir wissen, dass Goitt auch Wunder tut, aber wir können die doch nicht einfordern!
Wisst ihr: Wir nehmen da eine gute Sache, wirklich ein Stück Gold. Und dann walzen wir das breit und blasen das auf und polieren das auf Hochglanz. Kennt ihr solchen Schmuck aus Schaumgold? Da wird ein bisschen Gold ganz dünn ausgewalzt und dann in die Form von einem Schmuckstück gebracht, und dann mit Kitt oder irgendwas ausgefüllt. Das sieht dann nach viel aus, aber da ist im wahrsten Sinne des Wortes nicht viel dahinter. Das ist dann wie so eine Art Piratengold De Luxe. Da steckt echtes Gold mit drin! Aber es ist nicht massiv, es ist nicht echt. Wenn man es in die Hand nimmt, dann hat es kein Gewicht, und dran kratzen darf man auch nicht dran, sonst macht man es kaputt.
Warum erzähle ich das alles?
Mir haben die Gespräche in der letzten Zeit Mut gemacht
Man könnte ja meinen, ich würde meinen, wir sollten alle lieber die Klappe halten. Aber eigentlich möchte ich das Gegenteil sagen. Leute, habt Mut, von eurem Glauben zu erzählen. Wir haben einen Schatz gefunden! Das darf doch auch sichtbar werden! Aber ich würde mir wünschen, dass wir das so tun, dass die Leute das echte Gold zu sehen bekommen. Kein Piratengold. Lass uns über das reden, was wirklich wert hat, nicht über die Dinge, die glitzern, aber die eigentlich überhaupt kein Gewicht haben. Trauen wir uns doch, dass die Leute auch mal an dem kratzen können, was wir denen zeigen. Dass wir nicht nur von weitem irgendwelchem Glitzerkram vorhalten, sondern die an uns ran lassen. Dass sie selber feststellen können, ob unser Glauben auch echt ist, ob der auch Gewicht hat.
Da müssen wir uns nicht fürchten, wenn bei uns die Oberfläche auch mal ein bisschen staubig ist, und nicht auf Hochglanz poliert. Was sagt denn die Bibel dazu, wie sich die Gläubigen verhalten sollen? Was auch der Heilige Geist als Frucht in uns wachsen lässt? Da geht es auch um Aufrichtigkeit. Um Wahrhaftigkeit. Um Demut (oder Bescheidenheit.)
Traut es den Menschen ruhig zu, dass sie das erkennen, was echt ist. Wir haben doch alle was erlebt und erfahren, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind, die uns aber wichtig sind, und die man uns auch abnimmt!. Das müssen wir nicht aufblasen oder polieren. Bei uns gibt es auch Risse. Die müssen wir nicht verstecken. Das ist doch viel glaubwürdiger (heute sagt man: authentischer) wenn wir uns nicht als irgendwelche Strahlemänner präsentieren, die wir garnicht sind. Schaut euch mal die Psalmen an, wie oft es da auch um Leid und Schwierigkeiten geht, und dann heißt es: Und dennoch halte ich fest an Dir!
Mir hat das ganz viel Mut gemacht, dass ich - gerade auch in letzter Zeit - ganz vielen Menschen begegnet bin, aus ganz verschiedenen Hintergründen, ganz vielen verschiedenen Stilrichtungen, wie sie ihren Glauben leben, und doch habe ich da was wiedererkannt. Den Schatz, den sie gefunden haben. Den wir als Christen gefunden haben. Das Echte, das Wertvolle. Das dann auch bescheiden sein kann. Aber wahrhaftig. Aufrichtig.
Das kann man erkennen. Das können auch andere an uns erkennen, was wirklich Wert und Bestand hat. Lasst die Leute an euch ran. Lebt das, was euren Glauben ausmacht. Das spricht viel lauter als unsere Worte. Seid echt! Kein Piratengold. Dazu möchte ich ermutigen.
Was ich glaube, oder woran ich glaube, davon kann mein Mund erzählen. Aber ob ich das auch wirklich glaube, davon muss mein Leben erzählen.
Ich wünsche mir, dass bei uns beides zusammen passt. Und dass wir uns viel mehr trauen, auch mal was von dem Schatz zu erzählen und zu zeigen, den wir gefunden haben. Und dass da nicht so viel Piratengold dabei ist. Das wir aufrichtig sind. Wahrhaftig. Und bescheiden bleiben. Und dass wir auch keine Angst haben, weil wir meinen, so viel Schatz wäre da ja garnicht. Wenn da was von dem Schatz ist - und ich glaube, dass da bei uns allen was ist - und auch wenn das nur ein kleines Stück ist: Das ist doch echt. Und wertvoll. Das merkt man, das hat Gewicht.