In der Gemeinde tauchen in letzter Zeit zunehmend Fragen zur Leitungssituation der Gemeinde auf. Tatsächlich läuft die "Amtszeit" der Interims-Leitung ja auch im Herbst aus.
Wie haben wir unsere Aufgabe (bisher) zu erfüllen gesucht, wieder zu einer Nicht-nur-Interims-Leitung zu kommen?
In einem knappen halben Jahr geht unsere gemeinsam verabschiedete "Amtszeit" zu Ende. Wir haben bisher noch nicht zu Vorbereitungen zu einem politischen "Wahlkampf" aufgerufen, und möchten das auch nicht tun. In einem typischen Wahlkampf treten Kandidaten aus verschiedenen Parteien oder Interessegruppen an, und versuchen Unterstützer für "ihr" Programm zu finden. In einem demokratischen System wird dann aus dem Kreis der Kandidaten nach einem vorher festgelegten Schlüssen mehrheitsmäßig eine Auswahl getroffen. Es wird davon ausgegangen, dass sich in der Auswahl die Vertreter der Interessenmehrheit befinden. Eine im demokratischen Sinne "ideale" Regierung oder Leitung setzt sich dann aus Vertretern verschiedener Gruppierungen zusammen, die dann versuchen, zu gemeinsamen Lösungen oder zu Kompromissen zu kommen, die das weitere, gemeinsame Vorgehen festlegt.
Das ist (nach unserer Meinung) aus verschiedenen Gründen im Gemeindekontext nicht optimal. In einer Gemeinde können und dürfen ebenfalls Gruppierungen mit unterschiedlichen Arbeitsfeldern oder Schwerpunkten existieren. Diese Bereiche sollten aber besser in einem harmonischen Miteinander und einer gegenseitigen wohlwollenden Unterstützung geschehen; in Ergänzung zueinander statt in Konkurrenz; in einem Geist der Einheit und des Mit-Tragens, und nicht nur Toleranz. In einer gemeinschaftlichen Arbeit an dem selben Werk, und nicht im Ringen und Feilschen um Mitarbeiter und Ressourcen. Eine leitende Funktion in der Gemeinde (finden wir) hat die ganze Gemeinschaft im Blick zu haben; die Starken und die Schwachen, die Mutigen und die Entmutigten, die Drängenden und die Zögerlichen, die Mehrheit und die Minderheit, die Lauten im Lande und auch die Stillen. Leitung (finden wir) muss auch die Personen und die Dinge im Blick behalten, die keine Lobby und keine Interessenvertretung haben, darum ist das zu-simpel-demokratische Modell nicht wirklich ausreichend.
Was wir stattdessen (und bereits seit langer Zeit) getan haben, ist, im Gemeindealltag Ausschau zu halten nach Menschen, bei denen wir den Eindruck haben (oder von denen wir entsprechendes hören), eine Leitungsaufgabe - auch im obigen Sinne - übernehmen zu können.